Hellbraun
Die NPD gibt sich öffentlich weichgespült, bürgernah. Erst wenn die Kameras und Mikrofone vermeintlich nicht mehr in Hör- bzw. Sehweite sind, fällt die Maske.
Die NPD, sie stand noch vor ein paar Jahren für offene Bekenntnisse zum Rechtsradikalismus, eine Partei, die kein Blatt vor den Mund nimmt, die sich offen verfassungsfeindlich verhält. Plumpe, braune Hasstiraden geben Ausländer und die deutliche Distanzierung zur Demokratie und dem Rechts - bzw. Verfassungsstaat. Sie behauptet, dass die heutigen Staatsgrenzen der Bundesrepublik nicht rechtens gesetzt worden sind, sondern durch die „Besatzer“ nach 1945 gezielt gezogen wurden. Nur ein Auszug, ein kleiner aus dem, für was die NPD steht. Inhaltlich kann man noch tiefer einsteigen, dies würde jedoch der Überschrift nicht gerecht werden, denn in diesem Text soll vor allem behandelt werden wie die NDP ihre Botschaften an die Wähler bringt bzw. wie sie sie „aufmotzt“, in eine trügerische Verpackung steckt. Die Strategie ist nämlich inzwischen eine komplett andere, als, die man noch vor 10 Jahren führte. Auch Frauen werden immer mehr für den Bauernfang eingespannt. Ein psychologischer Schachzug. Frauen gelten gemein hin wohl als gesellschaftsfähiger und sollen ein anderes, positiveres Bild der „Braunen-Soße“ vermitteln. Sie kommen harmlos daher, organisieren Sommerfeste mit und beteiligen sich auch aktiv am Geschehen bei den Veranstaltungen. Ihre Lebensläufe lesen sich unauffällig. Ist man nicht informiert, so würde man bei einigen Funktionärinnen nicht im Entferntesten auf den Gedanken kommen, sie stünden in Verbindung mit einer verfassungsfeindlichen Partei. Möchte man ihnen das entlocken, was sich in ihrer Gedankenswelt abspielt, so wird man enttäuscht sein, da sie es nicht offen preisgeben werden. Deutliche Interviews, die keinen Zweifel daran hegen, was die Partei als Ziel hat und welche Persönlichkeiten da tatsächlich in Anzug und Krawatte herumspazieren, sind unerwünscht in der rechtsextremen Partei. Ein gutes Beispiel dafür ist der ehemalige NPD Abgeordnete im Sächsischen Landtag, Klaus-Jürgen Menzel. Der am 22. März 1940 geborene NPD-Politiker ist durch seine deutlichen Aussagen Pro Hitler ausgeschlossen worden. Am 11.11.2006 gibt es der ARD-Sendung „Panorama“ ein Interview, welches ihn sein Mandat kosten wird: „Zum Führer stehe ich nach wie vor. Da gibt’s kein Vertun.“ Ein Graus für die Oberen der Partei, die solche Sätze nicht hören wollen. Mit großer Wahrscheinlichkeit aber im Geiste selbst formulieren. Jedoch, es passt nicht ins brave Bild zum neuen Image der Rechten. Außerdem besitzt Menzel eine befleckte Vita. Er selbst hatte ende der 1990er Jahre Agrarsubventionen von der EU eingestrichen und dies zu Unrecht. Es handelte sich um die s. g. „Flächenstilllegungsprämie“, die Menzel zurückzahlen musste. Ein Mann, der anscheinend nicht mehr das Anforderungsprofil der Partei erfüllt und von der Fraktion ausgeschlossen wurde.
Doch widmen wir uns wieder dem Alltagsleben, in dem sich die NPD zu etablieren zu versucht. Hierbei nutzt sie vor allem die Lücken, die die klassischen Volksparteien hinterlassen haben. Auf dem Land werden Jugend-Clubs geschlossen und Sportvereine können finanziell nicht mehr auf eigenen Beinen stehen. Hier fährt die braune Garde ihre Krallen aus und bohrt sie in diese Räume. So ist es inzwischen keine Seltenheit mehr, dass Rechtsextreme den Sport nutzten, um Nachwuchs zu rekrutieren. Die Feinde der Demokratie sponsern Vereine oder gründen zum Teil komplett neue Verbunde. Hier schaffen sie ein Zentrum, viele Jugendliche sehen wieder einen Sinn in ihrer Freizeit. Der perfekte Köder. Ein Magazin der ARD warf in einem Bericht über dieses Phänomen einen Blick auf solche neu gegründeten, meist Fußballvereine, und schon ein Schwenk mit der Kamera verriet mehr als einem lieb sein mochte. Trikots mit der Nummer „18“ (Die Zahlen stehen für die Buchstaben „A“ und „H“ im Alphabet – Die Abkürzung für Adolf Hitler) sind keine Seltenheit. Auch eindeutige Abbildungen auf T-Shirts sind zu sichten und lassen die Gesinnung vieler der Vereinsmitglieder an die Oberfläche kriechen. Gemächlich, aber verständlich. Doch der noch viel mächtigere Schock folgte noch auf dem Fuß. Die Mutter eines jungen Spielers wurde auf die eindeutigen Botschaften eingesprochen, die vom Shirt ihres Nachwuchses prangern und was sie davon halte. Ob sie sich distanziere. Nur Gemurmel, unverständlich, unentschlossen – da wollte sich jemand bedeckt halten. Doch dann, eine Antwort, die mehr sagt, als sich die Dame es wohl ausgemalt hat: „Ich werde mich dazu nicht äußern.“
Aber was nützt es, wenn sich gewisse (prominente) Persönlichkeiten in Talkshows oder auf großen Galas selbst beweihräuchern und die NDP wie auch den Rechtsextremismus und den Rassismus verurteilen. Dort sind oft die zugegen, die bereites geläutert sind, jedoch nicht der Personenkreis, den es eigentlich betrifft. In vielen Landstrichen hat haben rechte Kameradschaften im Verbund mit der NPD das Heft in die Hand genommen. Die Menschen fressen ihnen aus der Hand, weil sie die Hoffnung auf Unterstützung aus der Politik begraben haben. Alleine das ist ein Armutszeugnis für die demokratischen Parteien, die doch gerade hier Aktionismus zeigen müssten, um diesen Bauernfang zu stoppen!
Man darf nicht immer mehr Bereiche in der Gesellschaft fast kampflos herschenken…
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