Ein Jahr lang ist Barak Obama bald im Amt und mit hohen Erwartungen war sein Amtsantritt verknüpft. Der erste schwarze Präsident der USA wurde Obama und dieser Fakt sollte sein erstes Jahr als Präsident der vereinigten Staaten schwer belasten. Sein Ansehen hat Obama auch bei mir inzwischen weitestgehend verloren. Die Vorstellung, alle Amerikaner versichern zu lassen (eine Art gesetzliche Krankenversicherung), stieß auf mächtigen Gegenwind, unter seiner Ägide fiel unglücklicher Weise auch noch die Weltfinanzkrise, die dafür sorgte, dass Ausgaben in mehreren Milliarden Dollar für Konjunkturfonds generiert werden mussten.
Doch sein Beschluss, nach dem er den Friedensnobelpreis erhalten hatte, nun zusätzlich 30.000 Soldanten ins Pulverfass nach Afghanistan zu senden, lässt alles andere verblassen. Auf der Preisverleihung in Oslo vor einigen Wochen, rechtfertigte Obama den militärischen Einsatz in Hindukusch und sprach vom „Bösen in der Welt“. Eine Wortwahl, die wir von seinem Amtsvorgänger nur zu gut kennen. Was den geneigten Bürger noch mehr verärgert ist, dass der US-Präsident seine Rede auf Rechtfertigungen und das, was den Frieden in der Welt gefährdet, ausrichtete. Leider, leider, Worthülsen, die auf ein Déjà-vu-Erlebnis schließen lassen. Angemessen wäre gewesen, auf den in Teilen der Welt bereits bestehenden Frieden hinzuweisen, und das elende Herunterspielen des Krieges in Afghanistan zumindest größtenteils zurückzuschieben. Doch zeigte die Rede vor allem eins: Obama ist neben dem Mann, mit dem (auch jetzt noch) Hoffnungen verbunden sind, auch wie sein Vorgänger, George W. Bush, ein Kriegstreiber. Dass so jemand bei der Laudatio für den Friedensnobelpreis dann darauf hinweist, dass es Krieg ja schon immer gegeben habe und manche Kriege eben „gerecht“ und nötig seien, müsste ihn vor Scham im Boden versinken lassen. Auf der anderen Seite zeigt ist aber auch seine Ohnmacht in der Afghanistan-Frage.
Seit Monaten wird international über mittelfristige Abzugspläne debattiert.
Auch in Deutschland steht das Thema auf der politischen - und damit auch der öffentlichen - Agenda.
Eine weitere immens wichtige Frage für die nächsten Jahre wird der Nahostkonflikt zwischen Palästinensern und Israel sein. Auch hier hat Barack Obama keine Position für die Palästinenser bezogen, dessen Land annektiert wurde, und auf dem nun seit Jahren illegal Siedlungsbau betrieben wird. Es wäre ein wünschenswertes Signal gewesen, hier zumindest diplomatisch (mehr kann man von einem US-Präsidenten nicht erwarten) eine Lanze für die Menschen zu brechen, die jeden Tag durch die israelische Schikane drangsaliert werden. Komischerweise kam solch ein Signal noch viel deutlicher vor ein paar Jahren ausgrechnet von Obamas Vorgänger im Amt des Präsidenten. Doch dieser musste kurz danach schleunigst wieder zurückrudern, da die Zionisten in den USA einen großen Einfluss ausüben und relevante Stellungen in der Gesellschaft bekleiden.
Für mich hat sich Obama vom Präsidenten, mit dem ich etwas anderes verbunden habe, was schon zu einem George W. Bush mit dunkler Hautfarbe gewandelt. Dies bedaure ich zu zutiefst. Doch die Wortwahl und die Handlungen, was speziell außenpolitische Themen anging enttäuschten mich unglaublich.
Politisch, sportlich, bissig, weltoffen, hartnäckig und obendrein auch noch unabhängig.
Dienstag, 29. Dezember 2009
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Im Sog des Abstiegs
Im Frühling dieses Jahres hatten sie bei Hertha BSC nur eins im Kopf: Den Kampf um die Meisterschaft. Am 31.Spieltag der Fußballbundesliga Saison 2008 / 2009 konnte Hertha BSC durch einen 2:0-Sieg gegen den VfL Bochum vor 70.000 Zuschauern im Olympiastadion Punkte auf Tabellenführer VfL Wolfsburg gut machen und lag drei Spieltage vor Schluss nur einen Punkt hinter Platz eins zurück.
Dieter Hoeneß, der damalige Manager von Hertha, lief praktisch pausenlos mit einem Grinsen auf den Lippen umher. Er genoss, was sich um sein Baby Hertha BSC entwickelte: Meistereuphorie. Selbst das an „normalen“ Spieltagen unterbesetzte Olympiastadion konnte durch die Luxussituation neue Rekorde vermelden. Verteidiger Josip Smiunic lief derweil schon mal mit meiner Kopie der Meisterschale eine Ehrenrunde vor heimischem Publikum. Und Hoeneß selbst ließ sich nach dem Sieg gegen Bochum zu der Aussage bewegen, dass Wolfsburg sicher nicht alle drei restlichen Spiele gewinnen werde. Die Wolfsburger mussten sich mit Dortmund (H), Hannover 96 (A) und Werder Bremen auseinandersetzen. Für viele Fans im Umfeld des Klubs war klar, dass Hertha die beste Ausgangsposition hatte – was keine Fehleinschätzung war. Das Restprogramm der Bayern und auch das des VfB Stuttgart (Der VfB und die Bayern mussten am letzten Spieltag gegeneinander spielen) schien den Berlinern in die Karten zu spielen. Es gab einen einzigen Warner in diesem Jubelmeer: Der Trainer Lucien Favre. Schon im März der Saison hatte Hertha vier Punkte Vorsprung auf Platz zwei – man war deutlicher Tabellenführer. Und verspielte diese Position durch drei Niederlagen.
Gegen Köln am 32. Spieltag gewannen die Minimalisten der Liga noch mit 2:1, um in den letzten beiden Saisonspielen einzubrechen. Das Olympiastadion sah am 33. Spieltag den FC Schalke 04 als Gast, für den es nur noch um die goldene Annanas ging. Es zeigte sich in diesem Spiel der Ritt auf der Rasierklinge, den die Mannschaft von Favre zwar überraschend lange durchgehalten hatte, um aber nun das Gleichgewicht zu verlieren. Am Ende stand ein 0:0, was durch den Sieg deutlichen der Wolfsburger in Hannover (5:0), nicht reichte. Am letzten Spieltag folgte dann der Negativhöhepunkt. Beim bereits als Absteiger feststehenden Karlsruher SC verlor man sang- und klanglos 0:4.
Es schien Ratlosigkeit geherrscht zu haben und obwohl der vierte Platz vor der Saison nur von den wenigsten erwartet worden wäre, so fühlte sich dieses Resultat, nach dem man so nah dran war, wie eine Niederlage an. Wie ein Dolchstoß in aller letzter Minute. Das Ziel hatte man doch schon vor Augen gehabt.
Im Rausch des Erfolges ist allerdings vielen nicht bewusst gewesen, dass Favre das absolute Maximum aus der Mannschaft herausgeholt hatte. Gegen den Karlsruher SC konnte man zum Abschluss der Hinrunde mit 4:0 gewinnen, aber viele Offensive-Festivals fanden sich unter den Erfolgen nicht. Die Chancen, die sich boten nutzte man eiskalt, und stand hinten bomben sicher. Hier bewahrheitete sich fast wieder der Spruch, „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive die Meisterschaft.“ Zusammen mit dem Meister aus Wolfsburg teilt sich die Hertha den Platz für die drittbeste Abwehrreihe der Saison 2008 / 2009. Nur 41 Tore ließen die Hauptstädter zu. Die verpasste Champions League Qualifikation brachte noch viel weiterreichende Folgen mit sich, die mit dazu beigetragen haben, dass Favre am Ende seinen Platz als Cheftrainer räumen musste. In Folge der verspielten (im wahrsten Sinne der Wortes) Millionen-Beträge für das Erreichen der europäischen Königsklasse, musste Hertha BSC die Personalplanung ändern. Andrej Voronin verließ den Verein, weil im Etat kein Spielraum mehr vorhanden war. Oben erwähnter Josip Simunic wechselte für 7 Millionen Euro zum Konkurrenten TSG Hoffenheim, weil Hertha einen Transferüberschuss (!) erwirtschaften musste. Außerdem musste der bei Lucien Favre in Ungnade gefallene Marco Pantelic den Verein verlassen. Alle drei genannten Spieler darf man ruhig als relevanteste Stangen im Korsett der Mannschaft von Hertha BSC 2008 / 2009 bezeichnen. Um sie herum baute sich das Team auf.
Vor der Saison 2007 / 2008, als Favre verpflichtet wurde, strukturierte er den Kader komplett um. Nun fand also eine z. T. ungewollte Umstrukturierung statt. Man verpflichtete weitgehend unbekannte Spieler: Nemanja Pejcinovic (damals 21 Jahre jung), Rasmus Bengtsson (23 Jahre). Für beide wurden – geschätzt – ca. 800.000 Euro fällig. Als Ersatz im Sturm verpflichtete man, zum Unmut vieler Hertha-Anhänger, Arthur Wichniarek. Zum zweiten Mal. Bei seinem ersten Engagement (2003 bis Januar 2006) schoss er in 44 spielen lediglich vier Tore und wurde wieder zurück nach Bielefeld transferiert.
Entledigt hat man sich neben Spielern wie zum Beispiel Sofian Chahed auch vom 24-Jährigen Brasilianer Rodnei (Abwehr). Dieser wurde allerdings „nur“ verliehen. Zum 1.FC Kaiserslautern. Aber auch dieser Schritt sollte sich im Nachhinein als fatal erweisen. In der zweiten Liga gehört dieser Rodnei inzwischen zu dem besten, was die Spielklasse zu bieten hat und Kaiserslautern scheint realistische Chancen auf eine endgültige Verpflichtung des Defensiv-Mannes zu haben.
Die Hinrunde verlief bis zum heutigen Tag, dem 2. Dezember 2009, desolat. Nach 14. Saisonspielen weist die Habenseite nur 5 Punkte auf. Nur am ersten Spieltag konnte die Mannschaft gewinnen (Hannover 96 1:0), dem folgten 8 Niederlagen am Stück. Nach sieben Spielen und drei Punkten, aus eben diesem Sieg, wurde Lucien Favre samt seines Co-Trainers beurlaubt. Gerüchte von aufmüpfigen Profis machten die Runde. Eine Revolte gegen den Trainer? Herthas Verantwortliche wollten davon nichts wissen. Nur Gämperle, der Co-Trainer, sprach nach der Entmachtung davon, dass sich einige Profis auffällig gegenüber dem Trainerteam verhalten haben sollen. Interminsmäßig übernahm Karsten Heine die Mannschaft für ein Spiel in der Europa-Liga gegen Sporting Lissabon (0:1). Danach wurde die Verpflichtung des Ex-Frankfurters und Ex-Kölners Friedhelm Funkel bekannt. Dieser steuerte zu der Niederlagen-Serie von 8 Spielen zwei bei (Favre wurde nach der sechsten Niederlage in Folge entlassen). Und konnte in bis identisch soviel Spielen in der Saison (nämlich sieben), den Punkteschnitt noch weiter. Holte Favre aus sieben Spielen noch drei Punkte, sind es bei Funkel ganze zwei Zähler. In Funkels’ Amtszeit fällt auch der (aus meiner Sicht) desolateste Auftritt der Hertha diese Saison. Es gab schon höhere Niederlagen (1:5 gegen Hoffenhein, 0:4 gegen Freiburg), aber das 0:3 beim bis dahin müden Klub aus Nürnberg (Abstiegskonkurrent) ließ bei mir den Eindruck schwinden, dass die Mannschaft rein von der Besetzung her die Klasse für den Abstiegskampf mitbringt.
Nun also gab es von der Mitgliederversammlung vor allem vom Neumanager Michael Preetz Durchhalteparolen zu vernehmen. Wer jetzt schon aufgebe, habe schon verloren. Und der amtierende Präsident Gegenbauer möchte noch nichts vom Abstieg wissen, ehe rechnerisch nicht alles entschieden ist. Ich kenne diese Verfahrensweise aus der Union-Saison 2004 / 2005, auch wenn die Voraussetzungen damals nicht identisch waren (nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga wurde aus finanziellen Gründen die Mannschaft fast komplett getauscht, man peilte man einen Mittelfeldplatz an).
Bleibt man am Abend des 19.12.2009, nach dem letzten Spiel der Hinrunde gegen den FC Bayern München, im einstelligen Punktebereich, so rückt der Klassenerhalt in weite Ferne.
Dieter Hoeneß, der damalige Manager von Hertha, lief praktisch pausenlos mit einem Grinsen auf den Lippen umher. Er genoss, was sich um sein Baby Hertha BSC entwickelte: Meistereuphorie. Selbst das an „normalen“ Spieltagen unterbesetzte Olympiastadion konnte durch die Luxussituation neue Rekorde vermelden. Verteidiger Josip Smiunic lief derweil schon mal mit meiner Kopie der Meisterschale eine Ehrenrunde vor heimischem Publikum. Und Hoeneß selbst ließ sich nach dem Sieg gegen Bochum zu der Aussage bewegen, dass Wolfsburg sicher nicht alle drei restlichen Spiele gewinnen werde. Die Wolfsburger mussten sich mit Dortmund (H), Hannover 96 (A) und Werder Bremen auseinandersetzen. Für viele Fans im Umfeld des Klubs war klar, dass Hertha die beste Ausgangsposition hatte – was keine Fehleinschätzung war. Das Restprogramm der Bayern und auch das des VfB Stuttgart (Der VfB und die Bayern mussten am letzten Spieltag gegeneinander spielen) schien den Berlinern in die Karten zu spielen. Es gab einen einzigen Warner in diesem Jubelmeer: Der Trainer Lucien Favre. Schon im März der Saison hatte Hertha vier Punkte Vorsprung auf Platz zwei – man war deutlicher Tabellenführer. Und verspielte diese Position durch drei Niederlagen.
Gegen Köln am 32. Spieltag gewannen die Minimalisten der Liga noch mit 2:1, um in den letzten beiden Saisonspielen einzubrechen. Das Olympiastadion sah am 33. Spieltag den FC Schalke 04 als Gast, für den es nur noch um die goldene Annanas ging. Es zeigte sich in diesem Spiel der Ritt auf der Rasierklinge, den die Mannschaft von Favre zwar überraschend lange durchgehalten hatte, um aber nun das Gleichgewicht zu verlieren. Am Ende stand ein 0:0, was durch den Sieg deutlichen der Wolfsburger in Hannover (5:0), nicht reichte. Am letzten Spieltag folgte dann der Negativhöhepunkt. Beim bereits als Absteiger feststehenden Karlsruher SC verlor man sang- und klanglos 0:4.
Es schien Ratlosigkeit geherrscht zu haben und obwohl der vierte Platz vor der Saison nur von den wenigsten erwartet worden wäre, so fühlte sich dieses Resultat, nach dem man so nah dran war, wie eine Niederlage an. Wie ein Dolchstoß in aller letzter Minute. Das Ziel hatte man doch schon vor Augen gehabt.
Im Rausch des Erfolges ist allerdings vielen nicht bewusst gewesen, dass Favre das absolute Maximum aus der Mannschaft herausgeholt hatte. Gegen den Karlsruher SC konnte man zum Abschluss der Hinrunde mit 4:0 gewinnen, aber viele Offensive-Festivals fanden sich unter den Erfolgen nicht. Die Chancen, die sich boten nutzte man eiskalt, und stand hinten bomben sicher. Hier bewahrheitete sich fast wieder der Spruch, „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive die Meisterschaft.“ Zusammen mit dem Meister aus Wolfsburg teilt sich die Hertha den Platz für die drittbeste Abwehrreihe der Saison 2008 / 2009. Nur 41 Tore ließen die Hauptstädter zu. Die verpasste Champions League Qualifikation brachte noch viel weiterreichende Folgen mit sich, die mit dazu beigetragen haben, dass Favre am Ende seinen Platz als Cheftrainer räumen musste. In Folge der verspielten (im wahrsten Sinne der Wortes) Millionen-Beträge für das Erreichen der europäischen Königsklasse, musste Hertha BSC die Personalplanung ändern. Andrej Voronin verließ den Verein, weil im Etat kein Spielraum mehr vorhanden war. Oben erwähnter Josip Simunic wechselte für 7 Millionen Euro zum Konkurrenten TSG Hoffenheim, weil Hertha einen Transferüberschuss (!) erwirtschaften musste. Außerdem musste der bei Lucien Favre in Ungnade gefallene Marco Pantelic den Verein verlassen. Alle drei genannten Spieler darf man ruhig als relevanteste Stangen im Korsett der Mannschaft von Hertha BSC 2008 / 2009 bezeichnen. Um sie herum baute sich das Team auf.
Vor der Saison 2007 / 2008, als Favre verpflichtet wurde, strukturierte er den Kader komplett um. Nun fand also eine z. T. ungewollte Umstrukturierung statt. Man verpflichtete weitgehend unbekannte Spieler: Nemanja Pejcinovic (damals 21 Jahre jung), Rasmus Bengtsson (23 Jahre). Für beide wurden – geschätzt – ca. 800.000 Euro fällig. Als Ersatz im Sturm verpflichtete man, zum Unmut vieler Hertha-Anhänger, Arthur Wichniarek. Zum zweiten Mal. Bei seinem ersten Engagement (2003 bis Januar 2006) schoss er in 44 spielen lediglich vier Tore und wurde wieder zurück nach Bielefeld transferiert.
Entledigt hat man sich neben Spielern wie zum Beispiel Sofian Chahed auch vom 24-Jährigen Brasilianer Rodnei (Abwehr). Dieser wurde allerdings „nur“ verliehen. Zum 1.FC Kaiserslautern. Aber auch dieser Schritt sollte sich im Nachhinein als fatal erweisen. In der zweiten Liga gehört dieser Rodnei inzwischen zu dem besten, was die Spielklasse zu bieten hat und Kaiserslautern scheint realistische Chancen auf eine endgültige Verpflichtung des Defensiv-Mannes zu haben.
Die Hinrunde verlief bis zum heutigen Tag, dem 2. Dezember 2009, desolat. Nach 14. Saisonspielen weist die Habenseite nur 5 Punkte auf. Nur am ersten Spieltag konnte die Mannschaft gewinnen (Hannover 96 1:0), dem folgten 8 Niederlagen am Stück. Nach sieben Spielen und drei Punkten, aus eben diesem Sieg, wurde Lucien Favre samt seines Co-Trainers beurlaubt. Gerüchte von aufmüpfigen Profis machten die Runde. Eine Revolte gegen den Trainer? Herthas Verantwortliche wollten davon nichts wissen. Nur Gämperle, der Co-Trainer, sprach nach der Entmachtung davon, dass sich einige Profis auffällig gegenüber dem Trainerteam verhalten haben sollen. Interminsmäßig übernahm Karsten Heine die Mannschaft für ein Spiel in der Europa-Liga gegen Sporting Lissabon (0:1). Danach wurde die Verpflichtung des Ex-Frankfurters und Ex-Kölners Friedhelm Funkel bekannt. Dieser steuerte zu der Niederlagen-Serie von 8 Spielen zwei bei (Favre wurde nach der sechsten Niederlage in Folge entlassen). Und konnte in bis identisch soviel Spielen in der Saison (nämlich sieben), den Punkteschnitt noch weiter. Holte Favre aus sieben Spielen noch drei Punkte, sind es bei Funkel ganze zwei Zähler. In Funkels’ Amtszeit fällt auch der (aus meiner Sicht) desolateste Auftritt der Hertha diese Saison. Es gab schon höhere Niederlagen (1:5 gegen Hoffenhein, 0:4 gegen Freiburg), aber das 0:3 beim bis dahin müden Klub aus Nürnberg (Abstiegskonkurrent) ließ bei mir den Eindruck schwinden, dass die Mannschaft rein von der Besetzung her die Klasse für den Abstiegskampf mitbringt.
Nun also gab es von der Mitgliederversammlung vor allem vom Neumanager Michael Preetz Durchhalteparolen zu vernehmen. Wer jetzt schon aufgebe, habe schon verloren. Und der amtierende Präsident Gegenbauer möchte noch nichts vom Abstieg wissen, ehe rechnerisch nicht alles entschieden ist. Ich kenne diese Verfahrensweise aus der Union-Saison 2004 / 2005, auch wenn die Voraussetzungen damals nicht identisch waren (nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga wurde aus finanziellen Gründen die Mannschaft fast komplett getauscht, man peilte man einen Mittelfeldplatz an).
Bleibt man am Abend des 19.12.2009, nach dem letzten Spiel der Hinrunde gegen den FC Bayern München, im einstelligen Punktebereich, so rückt der Klassenerhalt in weite Ferne.
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