Ja, auch ich bin nun ein Opfer der Schwerkraft geworden, ein Opfer des Winters, der Deutschland an diesem Jahr in einen langen Winterschlaf legte. Seit Dezember haben wir mit Temperaturen unter null zu kämpfen. Und seit Anfang Januar liegt man hier bei uns in Berlin unter einer Schneedecke, die sich erst gegenwärtig auf Grund des Tauwetters so langsam auflöst und für groß Pfützen auf Gehwegen, Straßen und in Rinnen sorgt.
Doch bevor uns dieser Tage des Tauwetter aus der Umklammerung des Winters löste, haben wir wochenlang den Schnee genossen, aber eben auch verteufelt. Zu denen, die dann im Endeffekt doch etwas gespanten waren, gehöre ich. Denn auf der einen Seite zog mich das „weiße Gold“ mit samt Fotoapparat nach draußen, um diesen Zustand im Bild festzuhalten, auf der anderen Seite blieb ich zwei Mal mit meinem Automobil auf Grund der Witterungsverhältnisse stecken. Selbst der alltägliche Weg zur Arbeit wurde so zur kleinen Abenteuerreise. Selbst das Aussteigen aus dem Auto oder einfach nur das die Straße überqueren wurden so zur Tortur, wenn man nicht gehörig aufpasste. Seit ich mich erinnern kann, habe ich so einen Winter jedenfalls nicht miterlebt. Vierlagig ist man am besten präpariert gewesen, wenn man sich nach draußen gewagt hat. Ach ja, und die Schneeschaufel war ein wichtiges Utensil in diesem Winter, genauso wie die Spikes für Schuhe, damit man Haltung bewahren konnte. Beeindruckend war für mich auch, welches Bild die Autobahn nach Rostock Ende Januar abgegeben hat. Unglaublich diese hohen Verwehungen, kein bisschen Asphalt mehr zusehen. Selbst der Blick 5 Meter voraus war einem verwehr geblieben, weil der Wind die Flocken durch die Luft peitschte.
Im Endeffekt bleibt aber hängen, dass es so ziemlich der kälteste Winter seit dem des Jahres 2005 bzw. 2006. Nur, dass diesmal als Sahnehäubchen noch der Schnee dazu kam. Dieser wiederum brachte einen zwar ein ums andere Mal in Verlegenheit, aber in Wirklichkeit, wenn wir alle mal in uns gehen, haben wir die Zeit doch irgendwo genossen. Wenn man nicht gerade in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, nahe der Ostsee wohnte, wo Tage lang gar nichts mehr ging.
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