Dienstag, 15. Mai 2012

Torfestival zum Abschluss.


Das letzte Heimspiel der Saison 2011 / 2012 des  1.FC Union fand gegen den FC Hansa Rostock statt. Für die Fußballgötter in rot und weiß ging es um die goldene Ananas; für den FC Hansa ums nackte Überleben.  Das Drumherum, der Auflauf der Staatsmacht, das Wetter, die gute Stimmung – es war angerichtet für das Heimfinale des 1.FC Union Berlin.

Und spielte der FC Hansa vor Jahren noch um den Verbleib in der Bundesliga und der 1.FC Union um Punkte in Liga drei, so zeigte sich das Bild diesmal so anders. Hansa spielte nicht nur um drei Punkte (die dringend nötig waren), sondern auch um die eigene Existenz. Das Stadion an der Alten Försterei war ausverkauft und auch 1.500 Rostocker säumten den Gästeblock bzw. die Gästeblöcke. Zum Abschluss seiner Schaffenszeit erlebte die alte Sitzplatztribüne unseres Wohnzimmers ein denkwürdiges Fußballspiel. Bis auf die Wuhleseite bekamen alle Stehränge eine komplett rot weiße Blockfahne verpasst. Wie schick! Es sah toll aus und mit dem Einlauf der Gladiatoren schuf dies in tolles Bild.

Zum Spiel wurde bereits viel gesagt und geschrieben. Alleine die Torfolge spricht Bände: 0:1, 0:2, 1:2, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4. Ich habe mir die Spielberichte auf beiden Seiten angeschaut und musste beim Bericht auf der Hansa-Homepage – bei allem verständlichen Frust – schon etwas schmunzeln. Erst wird das elfmeterreife Foulspiel an Silvio nicht gepfiffen, dann beschwert man sich über den Freistoß vor dem 2:2 und dem 4:3, nicht zu vergessen den Elfmeter zum 3:2, bei dem Silvio über Jörg Hahnel „gefallen sein soll“, nach dem dieser eine Parade gezeigt hätte. Also davon, dass Hahnel in der Szene in der 27. Minute den Ball gespielt haben soll, war nichts zu sehen. Er mäht rüde den herannahenden Stürmer Silvio um, das ist in der Szene passiert! Der Elfmeter war genauso berechtigt wie der Freistoß vor dem 2:2 (26.), welcher von Tusche mustergültig serviert und von Parensen am kurzen Pfosten (völlig alleine gelassen) perfekt verwertet wurde. Nach einer Ecke kam Rostock kurz vor der Pause zum 3:3. Am langen Pfosten stand wieder mal ein Riese ziemlich alleine gelassen bzw. ohne adäquate Bewachung. Der Ball senkte sich am langen Pfosten ohne Abwehrchance für Glinker.  

Kurz nach der Pause erhöhte Union auf 4:3. Wieder war Tusche der Freistoßschütze, der den Ball flach in den16ner spielte, Ede dem Ball entgegen ging und ihn direkt trocken im kurzen Eck versenkte. Danach musste ein Fehler von Glinker um 4:4 herhalten. Belaid verlor den Ball im Mittelfeld und den anschließen Gegenzug schloss Mintal nach Fehler von Jan aus kurzer Distanz zum 4:4 ab. Chancen gab’s hüben wie drüben. Du hattest das Gefühl, hier kann jede Sekunde etwas passieren. Belaid musste bald darauf den Platz verlassen und der schnelle Zoundi kam für die rechte Außenbahn. Dort ließ er mit der ersten Aktion gleich mal zwei Gegenspieler aussteigen und prüfte Hahnel,  der den Ball mit Mühe zur Ecke klären konnte. Überhaupt, der Zoundi Patrick hat sich gut ins Spiel eingefügt. Später wurde auch Christian Stuff eingewechselt, der der Abwehr ein bisschen mehr Power verlieh. Der Micha Parensen ist für einen Innenverteidiger einfach ein bis zwei Köpfe zu klein. Nach einer Ecke konnte Union dann das entscheidende 5:4 erzielen. Tusche steckt auf Ede durch und dieser setzt den Ball aus spitzem Winkel an den Pfosten, von wo aus er wieder ins Feld springt. Dort reagiert Göhlert (ja, genau der Innenverteidiger Göhlert) am schnellsten und knallt die Murmel ins Gehäuse. Danach konterte Hansa gekonnt nach einem Standard (glaube es war nach einer Ecke für Union) und lief mit zwei Spielern auf’s Union-Gehäuse zu. Aber, aber, aber! Jan, du bist unglaublich! Im letzten Moment wird der Ball quer auf Starke gespielt, der komplett frei vor Jan steht. Der kommt aus dem Tor, macht sich ganz groß und wehrt den Schuss auf die kurze Ecke in Weltklassemanier zur Ecke ab. Phu, war eine spektakuläre Parade! Nein, es ist immer noch nicht Schluss. Ede, Zoundi und Tusche liefen den Konter gegen aufgerückte Hanseaten. Doch am Ende versagten irgendwie allen die Nerven. Letztlich semmelte Tusche das Ding ganz frei über den Querbalken, nach dem Ede und Zoundi nicht abschließen wollte.

Am Ende stand dieses unglaubliche 5:4 auf der Anzeigetafel. Prost!