Das letzte Heimspiel der Saison 2011 / 2012 des 1.FC Union fand gegen den FC Hansa Rostock
statt. Für die Fußballgötter in rot und weiß ging es um die goldene Ananas; für
den FC Hansa ums nackte Überleben. Das
Drumherum, der Auflauf der Staatsmacht, das Wetter, die gute Stimmung – es war
angerichtet für das Heimfinale des 1.FC Union Berlin.
Und spielte der FC Hansa vor Jahren noch um den Verbleib in
der Bundesliga und der 1.FC Union um Punkte in Liga drei, so zeigte sich das
Bild diesmal so anders. Hansa spielte nicht nur um drei Punkte (die dringend
nötig waren), sondern auch um die eigene Existenz. Das Stadion an der Alten
Försterei war ausverkauft und auch 1.500 Rostocker säumten den Gästeblock bzw.
die Gästeblöcke. Zum Abschluss seiner Schaffenszeit erlebte die alte
Sitzplatztribüne unseres Wohnzimmers ein denkwürdiges Fußballspiel. Bis auf die
Wuhleseite bekamen alle Stehränge eine komplett rot weiße Blockfahne verpasst.
Wie schick! Es sah toll aus und mit dem Einlauf der Gladiatoren schuf dies in tolles
Bild.
Zum Spiel wurde bereits viel gesagt und geschrieben. Alleine
die Torfolge spricht Bände: 0:1, 0:2, 1:2, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4. Ich
habe mir die Spielberichte auf beiden Seiten angeschaut und musste beim Bericht
auf der Hansa-Homepage – bei allem verständlichen Frust – schon etwas
schmunzeln. Erst wird das elfmeterreife Foulspiel an Silvio nicht gepfiffen,
dann beschwert man sich über den Freistoß vor dem 2:2 und dem 4:3, nicht zu
vergessen den Elfmeter zum 3:2, bei dem Silvio über Jörg Hahnel „gefallen sein
soll“, nach dem dieser eine Parade gezeigt hätte. Also davon, dass Hahnel in
der Szene in der 27. Minute den Ball gespielt haben soll, war nichts zu sehen.
Er mäht rüde den herannahenden Stürmer Silvio um, das ist in der Szene passiert!
Der Elfmeter war genauso berechtigt wie der Freistoß vor dem 2:2 (26.), welcher
von Tusche mustergültig serviert und von Parensen am kurzen Pfosten (völlig
alleine gelassen) perfekt verwertet wurde. Nach einer Ecke kam Rostock kurz vor
der Pause zum 3:3. Am langen Pfosten stand wieder mal ein Riese ziemlich
alleine gelassen bzw. ohne adäquate Bewachung. Der Ball senkte sich am langen
Pfosten ohne Abwehrchance für Glinker.
Kurz nach der Pause erhöhte Union auf 4:3. Wieder war Tusche
der Freistoßschütze, der den Ball flach in den16ner spielte, Ede dem Ball
entgegen ging und ihn direkt trocken im kurzen Eck versenkte. Danach musste ein
Fehler von Glinker um 4:4 herhalten. Belaid verlor den Ball im Mittelfeld und
den anschließen Gegenzug schloss Mintal nach Fehler von Jan aus kurzer Distanz
zum 4:4 ab. Chancen gab’s hüben wie drüben. Du hattest das Gefühl, hier kann
jede Sekunde etwas passieren. Belaid musste bald darauf den Platz verlassen und
der schnelle Zoundi kam für die rechte Außenbahn. Dort ließ er mit der ersten
Aktion gleich mal zwei Gegenspieler aussteigen und prüfte Hahnel, der den Ball mit Mühe zur Ecke klären konnte.
Überhaupt, der Zoundi Patrick hat sich gut ins Spiel eingefügt. Später wurde
auch Christian Stuff eingewechselt, der der Abwehr ein bisschen mehr Power
verlieh. Der Micha Parensen ist für einen Innenverteidiger einfach ein bis zwei
Köpfe zu klein. Nach einer Ecke konnte Union dann das entscheidende 5:4
erzielen. Tusche steckt auf Ede durch und dieser setzt den Ball aus spitzem
Winkel an den Pfosten, von wo aus er wieder ins Feld springt. Dort reagiert
Göhlert (ja, genau der Innenverteidiger Göhlert) am schnellsten und knallt die
Murmel ins Gehäuse. Danach konterte Hansa gekonnt nach einem Standard (glaube
es war nach einer Ecke für Union) und lief mit zwei Spielern auf’s
Union-Gehäuse zu. Aber, aber, aber! Jan, du bist unglaublich! Im letzten Moment
wird der Ball quer auf Starke gespielt, der komplett frei vor Jan steht. Der
kommt aus dem Tor, macht sich ganz groß und wehrt den Schuss auf die kurze Ecke
in Weltklassemanier zur Ecke ab. Phu, war eine spektakuläre Parade! Nein, es
ist immer noch nicht Schluss. Ede, Zoundi und Tusche liefen den Konter gegen
aufgerückte Hanseaten. Doch am Ende versagten irgendwie allen die Nerven.
Letztlich semmelte Tusche das Ding ganz frei über den Querbalken, nach dem Ede
und Zoundi nicht abschließen wollte.
Am Ende stand dieses unglaubliche 5:4 auf der Anzeigetafel.
Prost!