Nun bin ich aber in Erklärungsnot geraten, denn eigentlich sollte an dieser Stelle ein Erlebnisbericht über das Punktspiel des 1.FC Union in der Hansestadt Rostock auftauchen. Leider machte das Klima uns einen Strich durch diese Rechnung. Bereits um acht Uhr setzte sich die kleine Reisegruppe in Bewegung und musste leider schon bei Oranienburg feststellen, dass das Wetter einem nicht wohl gesonnen war. Ein weißer Film hatte die Fahrbahn die bereits überzogen und es machte auch nicht den Anschein, als würde es bald aufhören zu schneien. Wenn es nur der Schnee gewesen wäre. Im Verlauf der Fahrt kamen ordentliche Windböen dazu, die für wunderbare Schneeverwehungen sorgten.
Vor Wittstock noch machten wir Halt, um uns zu stärken. Nach dem Dreieck Wittstock/Dosse verschlechterte sich die Sicht erheblich und die Geschwindigkeit musste gedrosselt werden. Erschwerend kam hinzu, dass nur noch eine Spur wirklich befahrbar war (ohne Schneeketten oder Spikes).
Irgendwann kam uns bei Linstow eine auffällige große Menge an „Wannen“ entgegen und wir schöpften einen bösen Verdacht. Umkehren wollten wir zwar nicht, aber mit dem Gedanken spielt man trotzdem, noch dazu bei solchen Verhältnissen. Wir machten uns im WWW schlau und erfuhren so von der Spielabsage. Inzwischen kam man nur noch mit 80 (max.) voran.
Die nächste Abfahrt konnten wir nicht nutzen, weil man beim Versuch die Autobahn zu verlassen mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Schneebergen stecken geblieben wäre, außer man fährt einen Panzer.
So mussten wir also die nächste Ausfahrt, in diesem Fall Güstrow, nutzen, um umzukehren.
Die Rückfahrt zog sich auf Grund der Schneemassen erheblich die Länge. Es hörte nicht nur nicht auf, auch die Räumdienste kamen nicht hinterher. Und wenn mal geräumt wurde, dann war 10 Minuten später die Piste wieder dicht, weil der Wind das Duell für sich entschied.
Ich bin ja nun noch keine 30 und vom Winter 1979 habe ich nur aus Erzählungen erfahren, aber das, was da am Samstag vom Himmel kam – kombiniert mit dem orkanartigen Wind – lässt junges Gemüse wie mich erahnen, wie es damals zugegangen sein muss.
Das Radio lieferte minütlich Statusberichte über die Wetterlage und ließ verlauten, dass in Rostock der öffentliche Nahverkehr komplett eingestellt wurde.
Da waren wir aber schon lange auf dem Heimweg. Bis zur Brandenburger Grenze fuhren wir zusammen mit vielen hundert anderen Pkws hinter bis zu vier Räumfahrzeugen her. Die Autobahnmeisterei hatte wohl zum Generalangriff auf den Schnee geblasen. Mit gemütlichen 40 Kilometer in der Stunde ging es also gen Berlin.
Ein bisschen Frust konnte ich mir zwar nicht verkneifen, aber was will man machen, wenn man morgens zum Stadionrundgang ansetzt und auf einmal 30 Zentimeter mehr Schnee gefallen ist. Eine Austragung des Spiels war praktisch unmöglich, denn die Bilder, die einen von der Ostseeküste erreichten, sprachen Bände.
Was sich dann allerdings eine Gruppe von Personen dann für den Rest des Samstags vorgenommen hat, entbehrt jeder Rechtfertigung. Der Gelackmeierte ist im Endeffekt wieder mal der Verein 1.FC Union Berlin, dessen Name wieder in unschöner Verbindung mit Gewaltdelikten auftaucht.
Wir für unseren Teil ließen den Samstag bei Speis und Trank beim Griechen ausklingen.
Update: Am 24. Februar um 18.30 Uhr wird das Spiel nachgeholt.
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